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 Artikel von Emina Tomruk-Bolic | 26.03.2019 | 14:43 Uhr | exkusiv für yogalifestyle

Namaste, Yoga-Unterricht im Stundenplan 

„Wem es gelingt, Menschen durch Körperübungen leuchtende Augen zu schenken, der tut Großes auf dem Gebiet der Erziehung“, heißt es bei Pestalozzi, der bereits 1775 mit seiner Methode praktisches Arbeiten mit Schulunterricht in seiner Erziehungsanstalt verband. 

Wir sollten diesem großen Meister der Pädagogik nacheifern! Denn, signifikante Studien belegen, dass das Konzentrations- und Lernvermögen von Kindern und Jugendlichen durch eine Vielzahl von Außenreizen, Leistungsanforderungen, Selbstzweifeln, Ängsten sowie Bestehenskonflikten innerhalb der Gruppe gestört sind.

Die Heranwachsenden befinden sich in einem ständig fortschreitenden körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklungsprozess. Die in der Kindheit ablaufenden Entwicklungsvorgänge bilden die Grundlage für zukünftiges Verhalten, Gesundheit und Wohlbefinden des Erwachsenenalters. In diesem Zusammenhang hat vor allem die Bewegung im Grundschulalter eine wichtige Funktion für die nachfolgende Entwicklung einer Persönlichkeit. Forschungsbefunde zeigen einen deutlich zunehmenden Mangel an motorischen Fähigkeiten und einen Anstieg der Zahl auffälliger Kinder in der Schule.

Als Ursache für Auffälligkeiten in den Bereichen Motorik und sozialem Verhalten wird oft eine eingeschränkte körperliche Auseinandersetzung des Kindes mit seiner Umwelt angeführt.

Seit einiger Zeit setzte sich der Einsatz des Yoga als einer gesundheitspräventiven Maßnahme nicht nur in der Erwachsenenbildung durch, sondern gewinnt in einer kindgemäßen Form an Attraktivität für die Schulen. Erste Forschungsergebnisse im Bereich „Yoga für Kinder“ konnten bereits eine positive Auswirkung von Yoga im pädagogischen Kontext nachweisen. Es zeigt sich, dass die Yoga Übungen eine Verbesserung der motorischen Fähigkeiten, der Konzentration, des sozialen Verhaltens und der inneren Ausgeglichenheit befördert.

Die Achtsamkeitsbildung in Form von Yoga kann einen wichtigen Beitrag leisten, um die oftmals erlebten negativen Einstellungen gegenüber den schulischen Zwängen zu überwinden.

Laut Vera Kaltwasser, der Autorin von „Achtsamkeit in Schulen“, sind die Kinder ab dem zehnten, elften Lebensjahr mit der Entwicklung des Frontalhirns, mit der die Fähigkeit zur Selbstreflexion einhergeht, in einem günstigen Alter, um mit Achtsamkeitsübungen vertraut gemacht zu werden. Hierbei erhalten sie Werkzeuge zur Selbstregulation.

Gerade in der Schule, als dem Ort, an dem die Kinder und Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit verbringen, können solche Werkzeuge für die weitere persönliche Entwicklung maßgeblich sein: „Wer als Fünftklässler mit einfachen Übungen gelernt hat, achtsam zu sein, in den Körper hinein zu spüren und sich von dem inneren Selbstgespräch zu distanzieren, ist für den Sturm der Pubertät und die Schwierigkeiten des Lebens besser gerüstet, “ so Kaltwasser.

Bereits seit 1973 entwickelte die Lehrerin Michele Flak gemeinsam mit ihrem Kollegium in Paris eine Methode, um das Yoga in den Schulunterricht zu integrieren. Ihre gewonnen Erkenntnisse gibt sie über das von ihr gegründete Forschungsinstitut zum Einsatz von „Yoga in der Erziehung“ weiter.

Yoga hält mittlerweile auch in Bremer Schulen Einzug. So konnten die Kinder Erfahrungen mit Yogaunterricht durch Emina Tomruk-Bolic, Yogalehrerin und Rektorin an der Grundschule Horner Heerstraße sammeln. Die Kinder lernen hierbei sowohl den friedlichen, respektvollen Umgang miteinander als auch im höchsten Maße konzentriert zu arbeiten.

Den Übungseffekten nach erwies sich die Yoga-Methode im Schulunterricht als geeignete Entspannungsmethode für die Kinder. Aus der Erfahrung heraus weisen die Yogaübungen die Möglichkeit, eine Auszeit vom Schulalltag zu nehmen eine hohe Akzeptanz bei den Schülerinnen und Schüler auf, so Tomruk-Bolic. Die Handlungsbezogenheit von Yoga äußert sich dadurch, dass es dem Bewegungsbedürfnis der Kinder entgegenkommt und einen anschaulichen und erlebnisorientierten Charakter hat.

Anders als im Erwachsenenunterricht sollten im Grundschulalter die meditativen Übungen nur einige Minuten dauern, um die Kinder nicht zu überfordern. 

Es ist eine große Freude bei den Schulkinder der beiden Yoga-AG´s zu sehen. Manche haben sich schon eine eigene Matte zugelegt, weil sie die Übungen zu Hause vertiefen möchten.

Während es ist Indien einen Yoga-Minister gibt, stecken die Bemühungen in Deutschland, den Yoga-Unterricht als Schulfach zu etablieren noch in den Kinderschuhen. Emina Tomruk-Bolic ist ihrem Ziel schon sehr nahe gekommen. Im Dezember 2018 trat eigens eine Delegation des Fachausschusses Bildung zum Schulbesuch an und schaute mit Begeisterung den Kindern zu.

Seien wir gespannt, ob die curricularen Vorgaben dem Ansatz von ganzheitlicher Bildung in Einklang zu bringen sind.

Im pädagogischem Zusammenhang bietet das kraftvoll-dynamische Yoga den Kindern Hilfestellungen zur Bewältigung von Anforderungen des schulischen Alltags.

Yoga stellt eine Methode dar, die Schülern im Grundschulalter aufgrund ihrer vielfältigen Möglichkeiten und der Berücksichtigung des körperlichen Bewegungsbedürfnisses der Kinder entgegenkommt. Laut dem Wissenschaftlichen Institut Düsseldorf sind folgende wissenschaftlich abgesicherte Indikationen für Yoga mit Kindern genannt:

Stressreduzierung

Angstabbau

muskulärer Haltungsbau

Kraft und Ausdauer

Gedächtnistraining

emotionale Stabilisierung

kognitive Leistungen

Intelligenzentwicklung

gutes Sozialverhalten

Yoga bietet ein Potential zur ganzheitlichen Förderung und sollte Einzug in die Lehrpläne der deutschen Schulen halten. Die Kinder werden durch Yoga in ihren körperlichen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen gefördert.


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