Yoga|Lifestyle
Magazin für bewusste und achtsame Lebensweisheit


Meditation Monsun und meine Suche nach Schlaf

Autorin: Sandra Dibbern | 04.08.2021

Liebe Yoginis,
da bin ich wieder für euch, um euch aus meiner normal bis verrückten Welt zu erzählen. Langweilig kann ja auch irgendwie jeder. 
Hätte mir jemand vor Kurzem gesagt, dass ich mal für so eine tolle Plattform schreiben werde, ich hätte sie oder ihn für verrückt erklärt. 
Ich habe keinen Journalismus studiert. Meine Leidenschaft ist seit Kindertagen die Schreiberei. Da ich ein Kind der ehemaligen DDR bin, war es sehr schwierig, sich damals künstlerisch entfalten zu können. Die Bücher, die wir in der Schule lesen mussten, haben mich nie interessiert. Wenn wir geprüft und zum Inhalt des Buches gefragt wurden, hatte ich ganze Seen unter den Armen. Mein Aufregungsschwitz war unübersehbar, denn ich hätte so etwas von versagt. Ging es aber um Aufsätze, lieferte ich mir mit einem Mitschüler regelrechte ostdeutsche Wettkämpfe, mit dem Wunsch, mehr Wörter zu schreiben und zu gewinnen. Aber nein, ich war keine Streberin, ich mochte einfach abtauchen und meiner Phantasie freien Lauf lassen.

Ab jetzt werde ich für euch da sein, über Liebe, Dating, Wünsche, Alltagsthemen, Träume und natürlich über Meditationen und Yoga berichten. Auch wenn die letzten beiden Themenbereiche für mich eher Neuland sind. Wir sind ja nie zu alt, um uns in neue Gefilde zu stürzen. 

Ich möchte eines:  euch unterhalten, zum lachen bringen, vielleicht das eine oder andere Mal zum Nachdenken anregen. Keineswegs rechne ich mit dem männlichen Geschlecht ab, noch möchte ich uns Frauen auf eine untere Stufe stellen. Ich nehme mich selbst nicht zu ernst, kann mich aber durchaus auf allen Teppichen dieser Welt bewegen. Ich schreibe keine Sachtexte, sondern aus dem Leben.
Wir sollten uns immer auf Augenhöhe begegnen. Die Geschichten sind oft überspitzt, auch mal komplett erfunden. Ich habe viele Erlebnisse, ebenfalls von Freundinnen, gerne mal in eine Geschichte gepackt. Die Namen sind alle geändert, erfunden oder von den jeweiligen Personen abgesegnet.

Schon nach dem ersten Artikel habe ich viele Rückmeldungen bekommen, da sich Frauen und auch Männer in dem Text wiedergefunden haben. Das freut mich sehr. Danke, dass einige von euch Männern endlich mal ihre „Hosen heruntergelassen" und zugegeben haben, dass sie entweder in der Midlife Krise sind oder schon waren. Wir Frauen schwitzen in den Wechseljahren, ihr schwitzt, weil das Cabrio her muss, aber eigentlich euer Budget übersteigt, ihr es aber unbedingt haben möchtet, um euch vielleicht ein wenig jünger zu fühlen. Irgendetwas ist ja immer, nicht wahr? Go with the flow! Wir sollten uns einfach alle manchmal ein wenig entspannen. Alter ist eh nur eine Zahl.

Entspannen ist eine gute Überleitung. 
Die letzten Monate war ich eher angespannt. Mein Office, mein Arbeitsplatz ist seit mehr als 20 Jahren über den Wolken. Mit Corona wurden die Flügel gestutzt, unser aller Leben kam nahezu zum Stillstand. Als dann mein erster Flug nach Ewigkeiten Richtung Amerika ging, fühlte es sich an wie mein erster Flug 1998.

Ich war so aufgeregt, konnte kaum schlafen. Meine Freundin riet mir, es doch mal mit Meditation zu versuchen. Ich belächelte sie ein wenig. Davon hatte ich natürlich schon gehört, hatte es selbst  schon diverse Male in Kursen versucht. Mein Fazit dazu? Alle sind eingeschlafen, inklusive des Trainers. Wer war wach? Ich natürlich. Meine Blase sandte während der Session bereits direkt nach dem Start dringende Signale, dass sie unbedingt geleert werden möchte. 

Kennt ihr das? Ihr wart gefühlt zwei Minuten vorher auf dem WC, legt euch ganz ruhig hin, um zu entspannen, seid kurz vor dem Wegdämmern und dann kommt die innere Stimme: „Sandra, dein Ernst? Du gehst mal ganz schnell auf die Toilette. Dringend!" 
Ich: „Nein, das kann echt nicht wahr sein, ich war doch gerade. Da kann nichts sein." Du gleitest also wie ein Zombie aus dem Bett, durch das Gehirn und die Blase fremdgesteuert Richtung WC. Du hörst die Beiden förmlich sagen: „Siehst du, haben wir doch gesagt, war nötig, fast zwei Liter."  So ging es mir vor diesem Flug. In Amerika angekommen, war ich dann irgendwann so über den toten Punkt hinaus, dass ich dachte, ich versuche es einfach noch mal mit meiner vielleicht neuen Freundin „Frau Meditation". 

Ich klickte also auf den Link, den meine Freundin mir geschickt hatte. 
Es ertönte eine Eingangsmusik, bei der ich dachte. Ernsthaft? Bei Regen melden sich doch sofort wieder Gehirn und Blase. Aber Regen hat ja wirklich etwas Entspanntes, wenn man sicher und trocken in seinem Bettchen liegt. Nach einigen Minuten war ich leider schon sehr genervt, denn ich hatte vergessen, die Bettdecke komplett unter der Matratze hervorzuziehen. Also: Regen aus, Aufstehen, komplett um das King Size Bett gelaufen, die Bettdecke herausziehen. Jedes Mal frage ich mich, warum ich 50000 Kissen habe, wenn ich nur eins brauche und warum die halbe Bettdecke zwischen Matratze und Rahmen eingeklemmt ist? Als ich den Kampf gewonnen hatte, ging ich noch mal direkt Richtung Bad. Ich wollte meinem Hirn erst gar nicht die Plattform bieten, mich noch einmal aus dem Bett und Richtung WC zu schicken. Auf dem Rückweg merkte ich, ich war wieder wach. An Schlaf war wohl länger nicht zu denken. Die Meditation mit dem Monsun musste noch warten. Kennt ihr das? Ihr seid müde, könnt aber einfach nicht einschlafen? Ich steigere mich dann immer weiter in diesen Zustand hinein. Wenn es dann in einem Hotelzimmer ist, geht mir jedes fremde Geräusch auf den Nerv. Also saß ich in meinem Bett, umgeben von 50000 Kissen, im Schneidersitz. Schneidersitz- der Beginn meiner Liebe zu Yoga. Ich lauschte den fremden Geräuschen. Die Klimaanlage hatte ich direkt ausgeschaltet. Ich kann leider nicht mit Klimaanlage schlafen, dann schwitze ich lieber, als in einer Eishöhle zu schlafen. 

Mein Zimmer schien ruhig zu sein. Die Bettdecke war bereit, sich um meinen Körper zu schmiegen. Ich entknotete mich aus meinem Schneidersitz, merkte, dass ich Yoga vielleicht auch zu einer Abendroutine machen könnte, damit mich dieser ganze Bettdecken- und Geräuschekampf einfach loslässt und ich ruhig meditieren und einschlafen kann. 

Ich atme ein, ich atme aus. 
Ich war bereit für den Monsun und in die Traumwelt zu gleiten.
Ich wollte endlich die Stimme hören, die meine Jetlag Knochen bearbeitet und schwer werden lässt. 
Ein letzter Check, es konnte losgehen. Ich startete die Meditation. Dann erklang sie, die Stimme, die mich einschlafen lassen sollte, aber genau das Gegenteil bewirkte. Aber woher? Ich kannte diese Stimme, nicht von einer Meditation oder einer Sporteinheit. Während ich mir, wieder im Schneidersitz angekommen, anhörte, wie diese Wahnsinns Stimme meinen ganzen Körper abklapperte, schaltete sich mein Gehirn ein und sendete eine Nachricht. Ich lachte laut los, mitten in der Nacht, bis der Zimmernachbar an die viel zu dünne Wand klopfte. Diese Stimme und den dazu gehörigen Mann hatte ich vor einigen Jahren auf einer Datingplattform kennengelernt. 
Der Mann machte mich damals verrückt, wie sollte er mich jetzt so in den Schlaf begleiten? Hätte ich das gewusstt, wäre mein Frottee Schlafanzug zu Hause geblieben und die feine Seide mitgekommen. Er nannte sich jetzt Roman und war offensichtlich der „Schlafbegleiter", auch für meine Freundin und wohl für viele 10000 andere Menschen. Ich teile nicht im wahren Leben, aber dieses Stimmenwunder darf gerne viele Menschen schwach und schläfrig machen. 

Wer Roman aber eigentlich war, erzähle ich euch in meiner nächsten Geschichte.
Seid gespannt, es wird lustig. Das war es für heute erst einmal.
Ich bin aber tatsächlich eingeschlafen mit der Hilfe von Roman. Es muss nur die richtige Meditationsstimme her, dann klappt es auch mit dem Schlafen. Entspannung pur! 
Denkt daran, das Leben ist zu kurz für irgendwann und schlechte Laune. 
Bis ganz bald, mit Roman und mir. 

Namaste!

Eure Sandra 




 







Ihr Lachen bezaubert und ihre Fröhlichkeit steckt an.
An der Ostsee aufgewachsen, lebt die 48jährige Sandra Dibbern heute mit ihrer Tochter in Norderstedt bei Hamburg. Sie ist Flugbegleiterin/Purser aus Leidenschaft , Bloggerin und betreibt einen sehr erfolgreichen
Podcast „Döner & Tomatensaft“

Wie sie all das als alleinerziehende Mama schafft? In jedem einzelnen Blogbeitrag und Artikel ist sie spürbar: die pure Lebenslust, aus der diese Kraft kommen muss. In der Freundin schrieb Sie erfolgreich unter dem Pseudonym Ann-Kathrin viele lustige Geschichten aus dem Dating-Dschungel. 

Wir freuen uns, dass wir Sandra begeistern konnten, exklusiv für unsere Mitglieder und Yogalifestyle Leser/in zu schreiben und heißen Sie in unserer großen Yogalifestyle Familie herzlich willkommen. 

Ihr habt Fragen, Anregungen oder Lust euch mit Sandra auszutauschen? Kontakt: sandra@yogalife-style.de