Yoga|Lifestyle
Magazin für bewusste und achtsame Lebensweisheit


Hormonrausch mit Monsun-Roman

Autorin: Sandra Dibbern | 11.08.2021

Hallo Ihr lieben Yoginis,
Schön, dass ihr euch wieder dazu entschieden habt, einige Zeilen zu lesen. Euer Feedback und die Nachrichten sind gigantisch. Vielen Dank dafür! Wenn Ihr Lust habt, euch mit mir auszutauschen oder ein Interview führen möchtet, dann schreibt mich immer gerne an!

Ich habe offensichtlich viele Leidensgenossen/innen, die regelrecht in einem Kisseninferno gefangen sind, wenn sie geschäftlich in Hotels übernachten müssen/ dürfen. Und dann natürlich auch den Kampf mit der gefangenen Bettdecke kennen und aufnehmen. Danke an dieser Stelle auch an meine Freundin Conny, die gleichzeitig eine Kollegin ist. Ihr Tipp ist, die Bettdecke sofort nach Ankunft im Hotelzimmer zu befreien. Nach einem 12 Stunden Flug hast du eh den Schwitz überall hängen, da kommt es nicht mehr darauf an, mit dem Bett zu kämpfen. Viel größer können die Abdrücke unter den Armen nicht werden. An dieser Stelle möchte ich noch kurz erwähnen, dass wir alle wohl froh sind, wenn wir uns nach einem Arbeitstag aus der Kompressionstrumpfhose quälen, um überhaupt an die Funktionsunterwäsche zu kommen. Aber diese Info gibt es nur mal so am Rande. Die „sexy" Highheels fliegen übrigens als erstes durch das Zimmer oder gleich in den Schrank.

Conny war es auch, die mir diese Meditation empfohlen hat, von der ich euch in meinem letzten Artikel berichtet habe. Ich habe sie sofort nach meiner Rückkehr in Deutschland kontaktiert, dass ich durch den ganzen Monsun gelaufen bin, um Roman nahe zu sein. Ihr erinnert euch sicherlich, dass ich Roman kannte.

Ich hatte euch versprochen, die Aufklärung zu Monsun Roman im nachfolgenden Artikel zu liefern.

Aber erst einmal musste ich Conny davon berichten, wie es mir mitten in der Nacht erging, als ich zwischen Meditation, Yogaanfängen ( mein Schneidersitz, inmitten von 50000 Kissen) regelrecht Schnappatmung und Schwitz unter den Armen hatte, weil die Monsunstimme mich nicht schlafen lies.

Conny kam direkt mit einer neuen Entdeckung um die Ecke. Ich habe euch ja schon erzählt, dass ich Yoga versucht habe, gescheitert bin, aber dem Sonnengruß & Co durchaus noch eine Chance gebe. Zumal hier offensichtlich so viele begeisterte Yoginis meine Texte lesen, weil hier ganz viel Ironie dabei ist. Conny stellte eine Ferndiagnose und glaubte, dass mein Schwitzalarm auf die beginnenden Wechseljahre zurückzuführen seien. „Aha", dachte ich. „Ich bin erst gefühlt 29+, bis auf einige Hagelschäden an den Beinen, fühle ich mich total fit". Sie blieb bei ihrer Vermutung und warf ein neues Wort in den Raum.

Hormonyoga.

Ich atme ein, ich atme aus.
Ich grüßte sie in Gedanken am Telefon zum letzten Mal.
Wenn Conny von einer Sache überzeugt ist, dann ist sie eines nicht: zu stoppen.
Also hörte ich ihr gespannt zu, lackierte meine Nägel, räumte die Spülmaschine aus, wischte Staub, gab ab und an ein:"Aha, oh, ah, interessant" von mir, um ihren Redefluss nicht zu stoppen. Als sie mir dann noch ausgiebig die Körperhaltungen wie: der herabschauende Hund, der Drehsitz, die Taube erklärte und wie gut es ihr inzwischen ging, wie schnell sie ohne zusätzlichen Schwitz die Bettdecke im Hotelzimmer befreien konnte, ohne mies gelaunt zu sein, habe ich gedacht. „Okay, ich mach's. Ich werde meine Baustellen am Körper in Angriff nehmen, äußerlich, wie auch innerlich." Ich werde auch den inneren Schweinehund mit dem herabschauenden Hund schlagen. Kampfansage! 

Conny hatte mich in einem schier endlosen Gespräch davon überzeugt, dass ich nun zusätzlich zur Monsun Meditation mit Roman auch noch Hormonyoga machen und ich mich in den Schlaf atmen werde.
Ich nutzte die kurze Redepause, um endlich zu erzählen, woher ich denn Roman kennen würde.
Ich hatte ihn vor Jahren mal auf einer Datingplattform gematched. Damals hiess er noch Fred.
Ich gebe zu, Fred ist nicht unbedingt mein Lieblingsname. Bei diesem Namen musste ich sofort an die Familie Feuerstein denken. Aber er gefiel mir auf seinen Bildern, in Gedanken nannte ich mich schon Wilma.
Fragen über Fragen, warum seine Eltern ihm diesen Namen gegeben haben? Standen sie auf Pizza, Fernsehen, frisch gewaschene Autos und spielten Basketball, wie die Feuersteins in der Comicreihe?
Fred rückte seine Nummer sehr schnell heraus, sodass wir den Stimmentest machen konnten. 
Als Fred regelrecht in den Hörer hauchte, dass er auch noch einen Hund hatte, dachte ich nur: „Mr. Voice, ich habe noch nie so eine wahnsinnig tolle Stimme gehört. Wenn es sein muss, mache ich dich über deinen Hund klar." Ich hatte regelrechte Schnappatmung. 
Ich konnte nicht mehr normal denken, wollte seine Wilma sein und musste ihn sofort treffen.
Ich gebe zu, ich liebe gute Stimmen. Ich sehe ein Foto. Wenn die Stimme dann zu dem Bild passt, dann kann einer gemeinsamen Reise fast nichts mehr im Wege stehen. ( in der Theorie jedenfalls)
Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst, dass Fred eigentlich Fred- Roman heisst und der Meditation- Monsun Künstler ist, ich hätte ihn wohl direkt für eine private Audienz bei mir gebucht. 
Stattdessen verabredeten wir uns auf neutralem Boden, in einer Bar.
Wenn man nicht vorher schon alle Eckdaten abgecheckt hat, dann macht man es eben spätestens beim Treffen. Fred war Fernsehmonteur, sagte er. Ich wusste gar nicht, dass es diese Berufsbezeichnung überhaupt noch gab. Aber Handwerk hat ja bekanntlich goldenen Boden und er wusste genau, wie man Antennen ausrichtete. Gut zu wissen. Fred sah auch live und in Farbe genau so aus. Ich war angenehm überrascht. Die Begrüßung war so innig, als kannten wir uns schon Jahre. Ich dachte nur: „Lass es bitte ein Deo sein, was deinen Oberschenkel gerade berührt." Das wäre für mich sofort ein k.o. Kriterium gewesen. Antenne ausgefahren und auf Sendersuche beim 1. Date? Nein! Ich wollte zwar vielleicht seine Wilma sein, aber nicht seine Ladebuchse. Ich merkte schon wieder meinen Aufgeregtheitsschwitz im Achselbereich. Ich konnte kaum atmen und war so froh, als Fred seinen Autoschlüssel aus der Hosentasche nahm. Ihm war offensichtlich aufgefallen, wie sehr ich mit dem Atmen beschäftigt war, weil ich dachte, dass seine Antenne den Suchlauf startete.

Wir hatten einen lustigen Abend. Fred war intelligent, humorvoll, attraktiv, groß. Ein richtiger Mann, der auch noch diese erotische Stimme hatte. Ich rutschte den ganzen Abend nervös auf meinem Barhocker hin und her. Ich hatte schon lange kein Date mehr und dann kommt dieser spannungsgeladene Typ um die Ecke. Ich hatte einfach so Kopfkino und wollte ihn unbedingt wiedersehen. Dieser Typ stand im Leben, er kannte sich mit Technik aus. Selbst bei technischen Störungen wusste Fred mit Sicherheit, wie er diese beheben und einen Reset machen konnte. Von Eigenschutz mal ganz abgesehen. Nie würde sich Fred als Fernsehmonteur ohne Schutz an einer Buchse zu schaffen machen. Statt mich auf meine Atmung zu konzentrieren, gingen mir all diese Sachen durch den Kopf. 
Hätte Fred mich geküsst, wäre ich wohl rückwärts als sterbender Schwan vom Hocker geglitten oder hätte versucht, eine neue Yoga Figur zu kreieren. 

Aber Fred machte überhaupt keine Anstalten, sich mir zu nähern. Okay, es ist das erste Date gewesen. Aber die Stimmung und die Spannung passten perfekt zueinander. Da mussten doch eigentlich die Funken fliegen? Stattdessen gab es plötzlich den Kurzschluss von seiner Seite. Ich fragte ihn, was denn los sei? Er antwortete mir, dass er seit Tagen versuchte zu meditieren, weil er mit den Gedanken immer woanders sei. Bei mir offensichtlich nicht.
 
Stattdessen erzählte mir Fred, dass sein Kater krank war und er ihn einschläfern lassen musste. 
Dann fing er bitterlich an zu weinen. Eben dachte ich noch, dass ich seine Wilma sein wollte, bei der er die Spannungen im Rücken lösen sollte. Jetzt musste ich einen erwachsenen Mann trösten, weil er um seinen Kater trauerte. Beim ersten Date!
Ich überlegte kurz, ob ich ihm ins Ohr flüstern sollte, dass ich sein Ersatzkätzchen sein kann, entschied mich aber dagegen. 
Wir zahlten und verabschiedeten uns. Da ging er dahin, der Fred, dessen Wilma ich eigentlich sein wollte.
Ich hatte ihn an einen Kater verloren, der sein Leben so spannend gemacht hatte und jetzt einen trauernden Mann zurück ließ.
Wir trafen uns nie wieder. Ich wollte Spannung, Spiel und Schokolade und keine Trauer vor leeren Katzennäpfen. Ich musste ihn gegen lassen. 

Es sollte Jahre dauern, bis Fred als Roman in mein Hotelzimmer kam, um mir ins Ohr zu hauchen. Dass mein ganzer Körper schwer wird und ich dennoch nicht schlafen konnte, weil ich jedes einzelne Wort von meinem Fernsehmonteur aufsaugen musste, da mein ganzer Körper unter Strom stand. Noch nie war eine Meditation so spannend. 

Danke Fred! Namaste Roman!

Das Leben ist zu kurz und zu spannend, um alles so ernst zu nehmen. 


Bis bald! Eure Sandra

 




Ihr Lachen bezaubert und ihre Fröhlichkeit steckt an.
An der Ostsee aufgewachsen, lebt die 48jährige Sandra Dibbern heute mit ihrer Tochter in Norderstedt bei Hamburg. Sie ist Flugbegleiterin/Purser aus Leidenschaft , Bloggerin und betreibt einen sehr erfolgreichen
Podcast „Döner & Tomatensaft“

Wie sie all das als alleinerziehende Mama schafft? In jedem einzelnen Blogbeitrag und Artikel ist sie spürbar: die pure Lebenslust, aus der diese Kraft kommen muss. In der Freundin schrieb Sie erfolgreich unter dem Pseudonym Ann-Kathrin viele lustige Geschichten aus dem Dating-Dschungel. 

Wir freuen uns, dass wir Sandra begeistern konnten, exklusiv für unsere Mitglieder und Yogalifestyle Leser/in zu schreiben und heißen Sie in unserer großen Yogalifestyle Familie herzlich willkommen.